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Was passiert, wenn die Zinsen steigen?

Zinsänderungen mit einem ARM.

12 | MEINE WELT Szenarioanalyse Was passiert, wenn die Zinsen steigen? Nach der Trendwende in der US-Geldpolitik erwarten immer mehr Volkswirte, dass die. Steigen die Renditen, entwickeln sich Value Aktien (vor allem Finanzwerte und Rohstofftitel) besser als der gesamte Aktienmarkt. Sollten die Renditen bei den Anleihen tatsächlich weiter steigen, könnte die anhaltende Underperformance von Value-Aktien seit der Finanzkrise zu einem Ende kommen.

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Bewegung an den Finanzmärkten: Was passiert, wenn die Zinsen wieder steigen. Die Zinswende hat wohl begonnen, die Zeit des billigen Geldes endet – das hat Folgen für Aktien, Anleihen.

Die Bewertung ist dabei tendenziell sogar gestiegen. Bedeutet das, dass steigende Inflation keinen Einfluss mehr auf die Bewertung von Aktien ausübt? Folgender Chart soll Klarheit zu dieser Frage liefern:. Je höher die Inflation, desto niedriger ist die Bewertung an den Aktienmärkten Betrachtung der Mittelwerte. Dieses Phänomen konnte in Japan beobachtet werden. Denn viele Unternehmen haben es schwer ihre Gewinne in einem deflationären Umfeld zu steigern.

Die Aktienmärkte haben in den letzten beiden Jahren von der Inflation eher profitiert, da das Deflationsgespenst in den Hintergrund gedrängt wurde. Eine steigende Inflation im Bereich zwischen null und zwei Prozent geht meistens mit einer höheren Bewertung einher. Gefahr droht erst, wenn die Inflation über das Niveau von drei Prozent steigt.

Diese Gefahr sehen wir derzeit nicht. Sollte — wider Erwarten — die Inflation weiter steigen und damit einhergehend die Renditen von Staatsanleihen deutlich anziehen, ist damit zu rechnen, dass die Aktienmärkte tatsächlich mit einer niedrigeren Bewertung reagieren.

Eine Korrektur oder Stagnation wird dann sehr wahrscheinlich. Steigende Gewinne können diesen Effekt dann nur teilweise auffangen. Anleger, die von diesem Szenario ausgehen und deutlich steigende Renditen erwarten, aber dennoch in Aktien investieren wollen, sollten sich eher auf Value Aktien konzentrieren — im Gegensatz zu Quality Aktien.

Bankaktien profitieren von einer steilen Zinskurve, d. Die Gewinne von Rohstoffaktien sollten von einer steigenden Inflation überproportional profitieren. Die gute Konjunktur könnte freilich — auch über höhere Löhne — die Preissteigerung anfachen. Der kommt auch aus der Politik, denn die Niedrigzinsjahre haben es nicht gut gemeint mit den Sparern. Die Wirtschaft laufe gut, das rechtfertige einen höheren Leitzins. Bleibt die Frage, was ein Zinsanstieg für den Immobilienmarkt bedeutet.

Für Kreditnehmer und Häuslebauer waren die vergangenen Jahre eher gut, auch wenn die Preise vielerorts gestiegen sind und den Zinsvorteil zunichte machten. Zwar wird die Finanzierung zunächst günstig bleiben, aber bei den Hypotekenzinsen wird es Bewegung geben. Baugeld könnte im Jahresverlauf teurer werden.

Experten beobachten schon erste leichte Zinserhöhungen. Hypothekenzinsen sind aber immer noch sehr niedrig. Aber wenn der Zins nur um wenige Punkte hinter dem Komma steigt, erhöhen sich die Kosten für den Kredit über die Laufzeit von zehn Jahren schnell um mehrere Tausend Euro. Teuer bleibt der Erwerb einer Immobilie oder der Bau eines Hauses zumindest in den Ballungsgebieten freilich auch in diesem Jahr.

Die Immobilienpreise werden möglicherweise weiter steigen — und das eher deutlicher als die Zinsen. Folglich war und ist die Nachfrage nach Bundesanleihen und den amerikanischen Treasury Notes enorm. Auch das drückt die Zinsen. Über den Leitzins regelt die Notenbank die Kosten des Geldes. Sie legt fest, welche Gebühr eine Geschäftsbank zahlen muss, wenn sie sich für einen Zeitraum bei der Zentralbank Geld leiht. Über diesen Zinssatz kann die Zentralbank die Wirtschaftsentwicklung bis zu einem gewissen Grad beeinflussen.

Setzt sie den Leitzins hoch an, steigen die Kosten für die Banken. Entsprechend werden auch die Kreditinstitute höhere Zinsen von ihren Kunden verlangen. Wenn ein Unternehmen aber nun einen Kredit braucht, um eine neue Fabrik zu bauen, muss es sich gut überlegen, ob sich das zu den höheren Zinssätzen überhaupt noch rechnet.

Wenn das viele Unternehmen und Verbraucher ähnlich machen, wird die Konjunktur gebremst. Die Wirtschaft wächst entsprechend langsamer. Eine solche Zinserhöhung kann manchmal nötig werden, wenn die Wirtschaft überhitzt ist und alle Kapazitäten ausgelastet sind. In solchen Situationen führen niedrige Zinsen nämlich nicht mehr zu einer höheren Produktion und Wertschöpfung, sondern nur noch zu höheren Preisen.

Die Inflation steigt also. Das will die Notenbank vermeiden. Ihr Hauptziel sind stabile Preise. Was genau das bedeutet, muss jede Notenbank selbst festlegen. Für die Europäische Zentralbank ist das Ziel erreicht, wenn die jährliche Teuerungsrate bei knapp unter zwei Prozent liegt.

Steigen die Preise zu langsam und die Wirtschaft wächst zu schwach, funktioniert der Steuerungsmechanismus umgekehrt leider nicht ganz so gut. Indem sie den Leitzins senkt, kann die Notenbank dann zwar dazu beitragen, dass auch die Zinsen der Banken für Unternehmen und Verbraucher fallen. So wird eine Firma zum Beispiel nur dann eine neue Autofabrik bauen, wenn sie daran glaubt, dass die Menschen in den kommenden Jahren mehr Autos kaufen.

Fehlt dieser Glaube, wird die Firma es lieber lassen. Da kann der Kredit noch so günstig sein. Der Zusammenhang erscheint logisch: Niedrige Zinsen führen in der Regel dazu, dass Banken mehr Kredite vergeben.

Sie schaffen also neues Geld, das in den Wirtschaftskreislauf kommt. In der Praxis ist der Zusammenhang meist längst nicht so eindeutig. Obwohl die Zinsen fallen, bleibt die Inflation häufig trotzdem niedrig, so war es zum Beispiel in der Eurozone in den vergangenen Jahren.

Ein Grund dafür kann sein, dass Unternehmen und Verbraucher trotz niedriger Zinsen gar keine Kredite aufnehmen wollen. Das neue Geld gelangt also gar nicht erst in den Wirtschaftskreislauf.

Niedrige Zinsen bedeuten nicht nur günstige Kredite für Unternehmen und Verbraucher, sondern auch mickrige Renditen für Sparer. Denn wenn Banken oder Versicherungen mit ihren Finanzanlagen selbst keine hohen Zinsen mehr erwirtschaften, müssen sie notgedrungen auch die Zinsen auf die Einlagen ihrer Kunden senken.

Für Sparer sind dauerhaft niedrige Zinsen eine Katastrophe. Bekamen sie im Jahr im Schnitt noch rund drei Prozent Rendite auf ihr Tagesgeldkonto, sind es mittlerweile eher 0,3 Prozent. Bei vielen Banken und Sparkassen sogar deutlich weniger. Was das ausmacht, macht ein Rechenbeispiel deutlich: Beträgt der Zinssatz dagegen 0,5 Prozent, bekommt der Sparer nur Denn nicht nur normale Sparanlagen verlieren an Wert, auch wer eine Lebens- oder Rentenversicherung hat, muss damit rechnen, dass er im Alter deutlich weniger Geld rausbekommt als ursprünglich erhofft.

Prinzipiell ja, denn der Zinssatz macht natürlich einen gewaltigen Unterschied aus. Wer ein Darlehen über Bei einem jährlichen Zinssatz von 2 Prozent dagegen liegen die Zinskosten nur bei Das ist der Hauptgrund dafür, dass Immobilienkäufe derzeit so beliebt sind. Ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es allerdings nicht. Denn weil die Zinsen so niedrig sind und die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern zumindest in Ballungsgebieten extrem gestiegen ist, haben sich auch die Preise der Immobilien in diesen Lagen entsprechend erhöht.

Das relativiert das Zinsschnäppchen zumindest. Deutlich günstiger ist die Lage für Staaten, zumindest dann, wenn sie als vertrauenswürdige Kreditnehmer gelten. Deutschland etwa kann sich seit einiger Zeit fast zum Nulltarif verschulden. Für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit muss der Bund weniger als ein Prozent Zinsen bieten, für Schuldpapiere mit Laufzeiten von zwei oder fünf Jahren sind mitunter gar keine Zinsen fällig.

Einige Ökonomen sind der Meinung, dass das mit der schwarzen Null gar keine so gute Idee ist.

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Deswegen kann jeder sicher sein, dass die Preise nur eine Richtung kennen. Nach allen Erfahrungen werden höhere Finanzierungskosten die Nachfrage nach Wohnraum dämpfen.

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